Die Paul-Gerhardt-Kirche

Geschichte

Die erste Connewitzer Kirche befand sich in der Königstraße (heutige Prinz-Eugen-Straße) auf dem Schulberg. Es handelte sich um eine spätbarocke Saalkirche mit etwa 280 Sitzplätzen, die im Jahr 1756 geweiht worden war.

Connewitz gehörte damals kirchlich zu Probst­heida. Erst am 7. Oktober 1875 erfolgte die Gründung der Kirch­gemeinde Connewitz. Da die Einwohner­zahl bald darauf auf über 10 000 angestiegen war, wurde die alte Connewitzer Kirche zu klein.

Zum Bauplatz für einen Neubau bestimmte man den westlich des Connewitzer Kreuzes gelegenen alten Friedhof. Er war 1756 eingerichtet worden und hatte eine Friedhofs­kapelle, in der aber nur Begräbnis­gottes­dienste, Bet­stunden und Katechismus­unter­richt gehalten werden durften. Seit 1882 wurde der Friedhof nicht mehr belegt. Es mussten aber die sterb­lichen Überreste von rund 800 Verstorbenen umgebettet werden – eine Riesen­aufgabe für das damaligen Pfarramt.

Zur Ausführung kam der Entwurf des Architekten Julius Zeißig. Der erste Spatenstich erfolgte am 4. April 1898, die Weihe der neuen Kirche fand am 1. April 1900 statt.

Die Namensgebung gestaltete sich als schwierig. Erst am 4. November 1934 erhielt die Kirche den Namen "Paul-Gerhardt-Kirche" nach dem wohl bekanntesten protestan­tischen Lieddichter.

Die Paul-Gerhardt-Kirche 1940 Die Paul-Gerhardt-Kirche 1940

Die originalen Glocken, die 1899 aufgezogen wurden, galten damals als das „schönste Bronzegeläut Leipzigs“. Zwar konnten sie im Ersten Weltkrieg noch vor der Beschlag­nahmung gerettet werden, fielen jedoch im Zweiten Weltkrieg der Rüstungs­industrie zum Opfer.

Die erste Orgel baute die Orgel­bau­firma Ladegast. Sie wurde auf Initiative von Kantor und Kirchen­musik­direktor Johannes Muntschick 1974 durch eine Schuke-Orgel ersetzt.

Eine detaillierte Darstellung der Geschichte mit vielen historischen Aufnahmen finden Sie beim Förderverein der Paul-Gerhardt-Kirche.

Pfarrer und Pfarrerinnen in Connewitz

Im Jahr 1875 erhielt die Connewitzer Kirch­gemeinde ihre Selbständigkeit.

Seitdem haben folgene Pfarrer und Pfarrerinnen an der alten Conne­witzer Kirche und der Paul-Gerhardt-Kirche gewirkt (ab 1999 im Verbund mit der Gethsemane­kirche Lößnig, ab 2020 im Verbund der Kirchgemeinde im Leipziger Süden):

1. Pfarrer
  •     1875–1887 Müller, Rudolph (1830–1887)
  •     1887–1914 Hasse, Martin (1852–1915)
  •     1914–1933 Ranft, Adolf (1866–1936)
  •     1933–1943 Behrend, Walter (1890–1947)
  •     1945–1947 Zeuschner, Kurt (1879–1949)
  •     1948–1958 Kruspe, Friedrich (1905–1980)
  •     1958–1970 Schulze, Siegfried (1914–2005)
  •     1971–1974 Franke, Joachim, Dr. (1934–1975)
  •     1975–1992 Hermann, Johannes, Dr. (1931–2024)
  •     1993–2002 Seidel, Ulrich, Dr. (*1951)
  •     2003–2015 Junghans, Reinhard, Dr. (*1960)
  •     Ab 2015     Reichl, Milo (*1971)
2. Pfarrer
  •     1889–1923 Kunad, Johannes (1862–1935)
  •     1924–1945 Zeuschner, Kurt (1879–1949)
  •     1946–1950 Kröning, Erich (1897–1973)
  •     1950–1953 Lohse, Johannes (1890–1957)
  •     1953–1958 Schulze, Siegfried (1914–2005)
  •     1959–1974 Grunert, Heinz (1922–2004)
  •     1974–1994 Nötzold, Peter (*1944)
  •     1994–2010 Enders, Reinhard (*1955)
  •     Ab 2012     Alber, Ruth (*1965)
3. Pfarrer
  •     1900–1916 Eger, Rudolf (1873–1953)
  •     1916–1924 Zeuschner, Kurt (1879–1949)
  •     1925–1946 Kröning, Erich (1897–1973)
  •     1946–1950 Lohse, Johannes (1890–1957)
  •     1950–1953 Schulze, Siegfried (1914–2005)
  •     1953–1963 Hilbert, Helmut (1899–1982)
  •     1965–1967 Scheibe, Ernst (*1931)
  •     1968–1993 Kappel, Erich (1928–1996)
  •     1993 Ende der 3. Pfarrstelle
4. Pfarrer
  •     1913–1914 Dreiling, Paul (Hilfsgeistlicher) (1888–1928)
  •     1927–1930 Müller, Dedo, Dr. (1890–1972)
  •     1930–1936 Paul, Ewald (1901–?)
  •     1937–1944 Müller, Hellmut (1906–verm. 1944)
  •     1946–1950 Schulze, Siegfried (1914–2005)
  •     1950 Ende der 4. Pfarrstelle

   1931–1934 und 1954–1962 Henker, Hiltrut (Pfarrvikarin) (1907–2002)

   1972–1975 Müller, Christine (mit Peterskirche geteilt) (1942–1997)