Die Paul-Gerhardt-Kirche
Das Gebäude
Die Paul-Gerhardt-Kirche in der Selneckerstraße 5 erstreckt sich auf einem künstlich erhöhten Gelände unterhalb des Connewitzer Kreuzes. Der Altar ist – entgegen der üblichen Orientierung – gen Westen gerichtet. Die Kirche wurde nach dem Entwurf des Architekten Julius Zeißig in den Jahren 1898 bis 1900 erbaut.
Das Äußere der Saalkirche wird von dem reizvollen Kontrast bestimmt, den die in rötlichem Rochlitzer Porphyr ausgeführten architektonischen Glieder zu den verputzten und hell gestrichenen Wandflächen bilden.
An der Ostseite steht der 60 Meter hohe Turm mit dem in einem schmalen Vorbau befindlichen Hauptportal.
Zwei Mosaiken der Berliner Firma Puhl & Wagner bilden den künstlerischen Schmuck des Eingangsbereichs. Im Portaltympanon ist der einladende Christus zu sehen, im Giebelfeld der Ecce homo (»Seht, was für ein Mensch!«) nach einem Gemälde des Italieners Guido Reni. Darüber, eingelassen in die Ostwand des Turmes, dreht sich eine zur Hälfte goldene Mondkugel, die durch ihre Lage immer die aktuelle Mondphase anzeigt.
Das Schiff wird an den beiden Längsseiten von jeweils vier großen Rundbogenfenstern erhellt. Die Entwürfe für die Buntglasfenster stammen von Max Alfred Brumme. Sie wurden 1954 anstelle der vorherigen im Krieg zerstörten Fenster eingesetzt. Sie stellen die vier großen Feste im Kirchenjahr dar: Weihnachten, Karfreitag, Ostern, Pfingsten. Verbunden werden sie mit je einem Liedvers von Paul Gerhardt.
Das wertvollste Kunstwerk der Kirche ist das Schnitzbild »Heiliges Abendmahl«, nach Joh. 13,34 geschaffen von dem Leipziger Holzbildhauer Heinrich Behr, der auch den Altar und die Kanzel schuf.
Heinrich Behr hat die Jünger Jesu seines Abendmahlsbildes selbst charakterisiert. Das Faltblatt mit seinen Erklärungen ist im Kirchenarchiv erhalten. Sie können es hier herunterladen.
Wir laden Sie herzlich ein, die Paul-Gerhardt-Kirche selbst zu entdecken – sei es im Gottesdienst, bei einem Konzert oder bei einem ruhigen Moment der Besinnung. Die Kirche ist in den Sommermonaten zu bestimmten Zeiten nachmittags geöffnet. Kommen Sie und besuchen Sie die Offene Kirche.
Viele weitere Einzelheiten zum Gebäude, seiner Einrichtung und zu den Kirchenfenstern finden Sie beim Förderverein der Paul-Gerhardt-Kirche.
Concerto in D, Anonymus
Wenn wir in höchsten Nöthen sein, J. S. Bach
Poco lento (Vieux Noël), César Franck
Batalla de 5. Tono, Anonymus
Glocken
Das Bronzegeläut aus dem Jahr 1956 besteht aus 4 Glocken, die von der Glockengießerei Schilling in Apolda gefertigt wurden.
Hier können Sie das Läuten zum Gottesdienst am Sonntagmorgen nachhören:
Eine Beschreibung der einzelnen Glocken und weitere Film- und Tonaufnahmen finden Sie beim Förderverein der Paul-Gerhardt-Kirche.
Das schöne Detail
Und hier eine Bildfolge unter dem Motto »Das schöne Detail«.