Partnergemeindetreffen Marienbrunn – Den Haag

To bee or not to bee

Das diesjährige Partnergemeindetreffen zwischen der Gemeinde Leipzig-Marienbrunn und den Gemeinden Duinzichtkerk/Vredeskapel und Christus Triumfatorkerk fand vom 30.05. bis 03.06.2019 in Leipzig statt. Unter dem Motto »To bee or not to bee« wollten wir gemeinsam zum Thema Nachhaltigkeit nachdenken.

Am Donnerstag den 30.05.2019 kam ein großer Teil der niederländischen Freunde – einige das erste Mal – mit dem Zug am Leipziger Hauptbahnhof an. Sie wurden von Gemeindemitgliedern abgeholt und begrüßt. Weil es schon spät war, ging es danach in die Quartiere zum Abendessen bei den Gastgebern.

Freitag früh wurde nach Kaffee, Tee und Keksen von Jörg Sirrenberg die Gemeinde Leipzig-Marienbrunn vorgestellt. Berichtet wurde von der Gemeindegeschichte, beginnend von den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. So erfuhren unsere niederländischen Freunde, die noch nicht in Leipzig waren, Genaueres über die Kirche Marienbrunn. Manches war auch für einige unserer Gemeindemitglieder neu und interessant.
Danach informierte uns Frau Sabrina Rötsch, Wildbienenbeauftragte des NABU Leipzig, über den Nutzen der Insekten. Sie erklärte die Bedeutung der Wildbienen, deren Artenvielfalt und gab praktische Tipps zur Rücksichtnahme und Erhaltung. Der interessante Vortrag war sehr detailliert und etwas zu schnell vorgetragen. Den niederländischen Freunden, die natürlich nicht alle in deutscher Sprache versiert sein können, war nicht alles verständlich.
Nach einem leckeren Mittagessen und einer kleinen Pause ging es auf in die Stadt. Dort wurde eine große Stadtrundfahrt im Bus gemacht. Sie führte durch die City und einige Randbezirke. So lernten die Niederländer Leipzig kennen und auch den Einheimischen war manche Ecke unbekannt. Nach der Ankunft am Ausgangspunkt Hauptbahnhof gab es freie Zeit.

Am Samstag besuchten wir die Ausstellung »Carolas Garten« von Yadegar Asisi im Panometer Leipzig. Die Ausstellung zeigt einen Garten aus Sicht der Insekten. Das 32 Meter hohe 360°-Panorama und die dazugehörige Ausstellung brachten uns den Kreislauf des Lebens von Insekten und Pflanzen näher. Danach war Zeit mit den Gastgebern Gespräche zu führen und Mittag zu essen.
Am Nachmittag gab Dr. Seidel, Pfarrer i.R., Einblicke in die Bibel und ihre Bezüge zur Tier- und Pflanzenwelt. Temperamentvoll kritisierte er die mangelnde Sensibilität – auch der christlichen Theologie – gegenüber der Schöpfung. Anschließend fanden Workshops, Gespräche und gemeinsames Essen statt.
Höhepunkt des Nachmittags war die Enthüllung des Gastgeschenkes. Peter Sas, Toon Kranenberg und Volkert Ebbink übergaben ein großes »Hotel« in den Umrissen unserer drei Den Haager Partnerkirchen zur Beherbergung vieler Insekten in unserem Kirchgarten.
Manche Gruppen beschäftigten sich mit der Herstellung von Bienenwachspapier zur Vermeidung von der Verpackungsplastik und andere fertigten Gemüse-Feta-Päckchen für den Grill. Zwischendurch gab es natürlich viel Kaffee und leckere, von guten Geistern gestiftete Kuchen. Der Tag klang aus mit einem großen Grillfest.

Mittelpunkt des Sonntags bildete ein festlicher Gottesdienst, der bei traumhaft schönem Wetter im Freien stattfinden konnte. Neben gemeinsam einstudierten Liedern, partnerschaftlichem Musizieren, der gemeinsamen Fürbitte und einigen Grußworten, u.a. vom Pfarrer der Christus Triumfatorkerk, fasste dann Pfarrer Sirrenberg das Thema Nachhaltigkeit in seiner Predigt zusammen.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen war es Zeit, die ersten Niederländer zu verabschieden. Sie wurden zum Hauptbahnhof gebracht oder fuhren mit dem Auto zurück nach Den Haag. Die erst montags Abreisenden verbrachten den restlichen Sonntag mit ihren Gastgebern oder mit anderen Gemeindemitgliedern.

Am Montag wurden die letzten holländischen Gäste auf dem Hauptbahnhof verabschiedet.

Ich selbst kenne die Gemeindepartnerschaft, die schon seit 1985 besteht, bereits aus Kleinkindertagen. Toll, dass sich die Verbindung schon so viele Jahrzehnte hält. Und alle Treffen sind so wie bei einem großen Familienfest. Auch die diesjährige Begegnung war wieder ganz besonders. Was wir in erster Linie der Familie Pohle zu verdanken haben. Wir konnten neue Leute kennenlernen, alte Freundschaften festigen und ich hatte das erste Mal einen eigenen Gast. Das war eine sehr schöne Erfahrung.
Ich freue mich schon auf die Fahrt nach Den Haag im nächsten Jahr und kann nur jeden ermuntern, teil zu nehmen an unserer völkerverbindenden Gemeindepartnerschaft.

Agnes Gebler

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