Grüner Hahn für Bethlehem

Der Ortsausschuss Bethlehem und der Kirchvorstand der Gemeinde im Leipziger Süden haben beschlossen, für die Bethlehemgemeinde das Umweltzertifikat Grüner Hahn zu erwerben. Das bedeutet, dass sich die Bethlehemgemeinde ein Umweltmanagementsystem geben wird und sich verpflichtet, das Gemeindehandeln so zu gestalten, dass schädliche Umweltauswirkungen so gering wie möglich gehalten werden. Im Konkreten bedeutet das, den Energieverbrauch in den Gemeindegebäuden zu senken, ökologisch erzeugte und fair gehandelte Produkte einzukaufen, bei der Gestaltung der Außenanlagen die Artenvielfalt zu fördern, Abfall und Wasserverbrauch zu minimieren und und und. Davon haben wir schon einiges getan, doch der Handlungsfelder sind viele, wir wollen noch mehr tun und können nicht alles gleichzeitig angehen. Manches braucht seine Zeit, auch Jahre, z. B. Bauprojekte oder Ersatzinvestitionen. Daher die Verstetigung der Aktivität in einem Umweltmanagementsystem.

Das Zertifikat Grüner Hahn repräsentiert ein Umweltmanagementsystem, das für einen systematischen Klima- und Umweltschutz speziell in Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen geschaffen wurde. In Deutschland haben es bisher aktuell etwa 1000 Gemeinden und Einrichtungen erworben. In Sachsen sind es derzeit nur gut 10. Ich wurde vom Kirchvorstand zum Umweltmanagementbeauftragten für die Bethlehemgemeinde benannt, um den Zertifizierungsprozess zu koordinieren. Aktuell erarbeiten wir innerhalb des Ausschusses für Nachhaltigkeit die sogenannten Umweltleitlinien für die Kirchgemeinde im Leipziger Süden. Im nächsten Schritt wird das Projektteam den Strom-, Wasser- und Gasverbrauch der Bethlehemgemeinde systematisch erfassen, danach priorisieren und Handlungsempfehlungen ableiten. Alle Gemeindeglieder und Interessierte sind herzlich eingeladen, mitzuwirken und sich einzubringen. Ich hoffe, den Zertifizierungsprozess noch 2022 abschließen zu können. Ich will hier in den Treffpunkten immer mal wieder Bericht erstatten. Zwar erarbeiten wir das Zertifikat zunächst nur für den kirchlichen Ort Bethlehem, doch wenn wir mit dem Projekt gute Erfahrungen machen, dann kann das Konzept sicher zügig auf Peters, Marienbrunn und Connewitz-Lößnig erweitert werden.

Der Einsatz für die Umwelt hat im Schwesterkirchverhältnis Bethlehem-Peters eine lange Tradition. Schon 2009 gründete sich hier der Ausschuss für Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit. Ein Meilenstein der bisherigen Aktivitäten waren das Erarbeiten und 2015 die Verabschiedung der Beschaffungsrichtlinien der Schwestergemeinden, die später auch vorbildgebend für die Landeskirche Sachsen wurden. Nach der Vereinigung der vier Gemeinden 2020 und der Neuwahl der Gremien hat sich kürzlich erstmals ein Ausschuss für Nachhaltigkeit als Ausschuss der Kirchgemeinde im Leipziger Süden gebildet. Auch ist die Kirchgemeinde im Leipziger Süden im Februar 2021 der Initiative Churches for Future beigetreten. Inspiriert durch die bekannte Schülerbewegung Fridays for Future appelliert auch Churches for Future an die Verantwortlichen in aller Welt, den Klimaschutz entschieden anzugehen. Der Zertifizierungsprozess für den Grünen Hahn ergänzt den Appell durch die Tat, indem systematisch der Frage nachgegangen wird: Was können wir in unseren Gemeinden tun, um Klima und Umwelt zu schützen. Bitte helft dabei alle mit!

Kontakt: Ralf Hunger

Weitere Informationen:

KirUM Kirchliches Umweltmanagement

Der grüne Hahn – für eine Kirche mit Zukunft

Ökumenisches Netzwerk Klimagerechtigkeit

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