ELIAS

26. September 2026 | 18 Uhr | Peterskirche Leipzig

27. September 2026 | 17 Uhr | Emmauskirche Leipzig

Entdecken Sie mit uns Felix Mendelssohn Bartholdys eindrucksvolles Oratorium »Elias« – ein Werk voller Dramatik, großer Chöre, berührender Musik und zeitloser Fragen nach Glauben, Zweifel und Hoffnung. Bei der Konzerteinführung am 9. September um 19.30 Uhr in der Peterskirche erhalten Sie spannende Einblicke in Werk und Entstehung. Anschließend laden wir Sie herzlich zu den beiden Aufführungen am 26. September in der Peterskirche Leipzig und am 27. September in der Emmauskirche ein. Wir freuen uns darauf, dieses musikalische Erlebnis mit Ihnen zu teilen!

Es musizieren die Kantoreien der Peterskirche/Bethlehemgemeinde und der Emmauskirche, sowie Tirza Härer, Sopran

Henriette Gödde, Alt, Stephan Scherpe, Tenor, Daniel Blumenschein, Bass (Elias) unter der Leitung von Konrad und Ulrike Pippel.

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Eintritt frei - Kollekte erbeten

Mendelssohns »Elias«

Eine Einladung sich dieser Person zu nähern

Wenn Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium Elias erklingt, begegnen wir einer der faszinierendsten Gestalten der Bibel. Der Prophet Elias ist kein sanfter Verkünder, sondern eine leidenschaftliche, unbequeme Persönlichkeit. Er tritt mit großer Entschlossenheit für seinen Glauben ein, gerät in Konflikte mit seiner Umwelt, erlebt triumphale Momente – und tiefe Krisen.

Genau diese Spannungen machen Mendelssohns Oratorium bis heute so eindrucksvoll. Nach dem großen Erfolg seines Oratoriums Paulus suchte der Komponist nach einem neuen Stoff. Er fand ihn in den Erzählungen des Alten Testaments. Über viele Jahre arbeitete Mendelssohn an seinem Elias, der 1846 beim Birmingham Music Festival uraufgeführt wurde und bis heute zu den bedeutendsten Werken der Chorliteratur zählt.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Propheten Elias. Er kündigt eine lange Dürre an, tritt den Priestern des Gottes Baal entgegen und erlebt auf dem Berg Karmel einen dramatischen Wettstreit um die Frage, welchem Gott die Menschen vertrauen sollen. Mendelssohn gestaltet diese Szenen mit großer musikalischer Kraft. Chor und Orchester werden zu Trägern von Jubel, Angst, Hoffnung und Verzweiflung. Die Musik wirkt dabei oft erstaunlich modern und unmittelbar.

Doch das Werk erzählt nicht nur von religiösem Eifer und spektakulären Wundern. Nach seinen Erfolgen gerät Elias selbst in eine tiefe Krise. Er zweifelt, flieht vor seinen Verfolgern und wünscht sich sogar den Tod. In einer der berührendsten Szenen des Oratoriums erklingt seine Klage „Es ist genug. Hier zeigt Mendelssohn einen Menschen, dessen Gewissheiten zerbrochen sind.

Der eigentliche Wendepunkt des Werkes folgt wenig später. Elias begegnet Gott am Berg Horeb. Zunächst erscheinen Sturm, Erdbeben und Feuer – gewaltige Naturerscheinungen, die musikalisch eindrucksvoll geschildert werden. Doch Gott offenbart sich nicht in diesen Mächten. Erst im „stillen, sanften Säuseln“ wird seine Gegenwart erfahrbar. Diese Szene gehört zu den bewegendsten Momenten der gesamten Oratorienliteratur. Sie erinnert daran, dass Gottes Stimme oft nicht im Lauten und Spektakulären zu finden ist, sondern in der Stille.

Gerade darin liegt die bleibende Aktualität des Elias. Das Werk erzählt von Menschen, die nach Orientierung suchen, von der Gefahr religiöser Selbstgewissheit, von Krisen und Neuanfängen. Es stellt Fragen, die auch heute viele Menschen bewegen: Wo finden wir Halt? Wie gehen wir mit Zweifeln um? Und woran erkennen wir Gottes Gegenwart in unserem Leben?

Mendelssohn verbindet diese tiefen Themen mit einer Musik von außergewöhnlicher Schönheit und Ausdruckskraft. Gewaltige Chöre stehen neben innigen Arien, dramatische Szenen neben Momenten großer Ruhe. So entsteht ein Werk, das gleichermaßen bewegt, herausfordert und tröstet.

Wer sich intensiver auf dieses Meisterwerk vorbereiten möchte, ist herzlich zu einer Konzerteinführung eingeladen. Am 9. September um 19.30 Uhr wird Hagen Kunze in der Peterskirche in die Entstehungsgeschichte, die musikalischen Besonderheiten und die theologischen Hintergründe des Oratoriums einführen.

Unsere Kantorei, die sich nun seit einem Jahr mit dem Werk beschäftigt, wird dieses gleich zweimal und in Kooperation mit der Kantorei der Emmauskirche aufführen:

  • 26. September um 19.00 Uhr in der Peterskirche Leipzig
  • 27. September um 17.00 Uhr in der Emmauskirche

Herzliche Einladung, dieses außergewöhnliche Werk gemeinsam zu entdecken und zu erleben.