Das Bücherregal in der Peterskirche

Neben dem Ausgang in der Peterskirche stehen zwei große alte Holzregale, in denen seit vielen Jahren Bücher gesammelt und gegen Spende abgegeben werden. Seit einem Jahr betreue ich diese kleine Bibliothek und Durchgangsstation. Etwa einmal im Monat schaue ich, dass alles ordentlich aussieht und die Bücher in den passenden Themenbereichen stehen.
Faszinierenderweise ist im Bereich Theologie und Seelsorge kaum Bewegung. Da gibt es Traktate und Diskussionen aus der DDR-Zeit, feministische Theologie aus den 1980er Jahren und schöne Bibelausgaben. Andere Bereiche, in denen sich wenig bewegt, sind historische Romane von 1900 bis 1970 und fremdsprachige Literatur: Perlen auf Tschechisch und Englisch warten auf Finder.
Gar nichts bewegt sich im Bereich Duden und Brockhaus. Eine linguistische Recherche könnte auf an die zehn Duden aus fünf Jahrzehnten zurückgreifen. Auch im Bereich Kinder- und Jugendliteratur ist vieles sehr beständig. Kein Wunder, es ist die schlechtere Literatur der 50er bis 70er, so dass sich dort eher ältere Semester in melancholischer Stimmung umschauen sollten, als junge Eltern oder Jugendliche.
Poesie dagegen ist selten da, Satire ist selten, gute Ratgeber, Kochbücher, Reiseführer sind meistens schon weg, bevor ich sie einsortieren kann.

Schaut doch einmal nach, was es da an Schätzen gibt, und wer Ideen hat, wo die Nesthocker besser weggehen, kann sich gerne bei mir melden. Dank für das Wunder, dass immer Kleingeld im Regal auftaucht, dazu interessante Fotos oder Postkarten aus alten Büchern.
Sophie Wagner

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