03. Juli 2026 | Connewitz und Lößnig Leipzig

Wiedereingliederung Pfarrer Reichl

Nach mehr als einjäh­riger Erkran­kung kehre ich langsam – auch nach außen hin sichtbar – in den Dienst zurück. Einen ersten Dienst beim Bach­fest habe ich schon für Ruth Alber über­nommen, in dieser Weise werde ich in den nächsten Wochen auch weitere Dienste wahr­nehmen, ohne dass vorher mein Name im Gemeinde­blatt erscheint.

Daneben stehen auch Auf­gaben in den Gremien und nach und nach weitere Auf­gaben und Ver­anstal­tungen. Aller­dings werde ich nicht so flexibel wie bisher sein können, da ich meine Frau in ihrer schweren Krank­heit weiter beglei­ten und pflegen möchte. Ich danke, wir danken allen, die uns mit Gebeten, liebevollen Gesten und tat­kräf­tiger Unter­stützung begleiten – und vertraue darauf, dass dieses Netz nicht nur uns als Familie, sondern auch als Gemeinde gegen­seitig trägt.

Zu der fatalen Diagnose meiner Frau trat meine eigene Krankheit. Ich habe sehr gerungen, um einen Weg aus meiner Depression zu finden, die viel mit Überforderung und gefühlter Verantwortung zu tun hatte. Immer wieder verspürte ich den Auftrag, für vieles, ja alles verantwortlich zu sein. Dabei spielte mein mir von meinen Eltern gegebener Name eine wesentliche Rolle: Christoph. Der Christus tragende. In der Legende wird Christophorus deutlich, dass für Christus einzustehen bedeutet, die ganze Welt zu tragen. Während der Passionszeit begegnete mir in den Exerzitien im Alltag dann ein neuer Name: Milo Leon. Ein Name, der mich beschreibt, der nicht nach Auftrag klingt, sondern eher sagt, wie ich mich erlebe. Mild, liebevoll, Und auch stark. In den Wochen seit Ostern lebe ich mit dem neuen Namen und erlebe eine große Klarheit und Kraft, die sich mir erschließt und die ich weitergeben will.

Mir ist bewusst, dass so ein Prozess für einige ungewohnt sein wird. Ich möchte Sie ermuntern, mit Ihren Fragen auf mich zuzukommen.

Pf. Milo Reichl