Straßenfest am Connewitzer Kreuz
Das alljährliche Connewitzer Straßenfest rund um die Paul-Gerhardt-Kirche wird von den Kirchgemeinden des Leipziger Südens organisiert. Es beginnt um 10:00 Uhr mit dem ökumenischen Familiengottesdienst, um 11:00 Uhr wird es vor dem Kircheneingang eröffnet, und mit dem 18-Uhr-Läuten ist Feierabend. Wir erwarten Sie!
10. Mai 2026: »Was sagt der Frosch dazu?«
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Diese alte Weisheit ist bekannt, doch welche Würdigung wird dem Tun beigemessen?
Weder durch Stillesein noch durch nicht enden wollendes Wir-sprechen-mal-drüber lässt sich unser ökumenisches Gemeinde- und Straßenfest vorbereiten. Auch nicht dessen Durchführung, alljährlich, der Tradition folgend, an einem wonnigen Maisonntag.
Helfende Hände werden alle Jahre wieder gesucht für das Backen von Kuchen sowie unterschiedlichste Tätigkeiten, auch schon am Sonnabend vor dem Fest und dringend zum Abbau und Aufräumen am Festtag selbst.
Das Programm steht weitgehend, und die Anmeldeunterlagen für die Stände sind versandt. Längst laufen Vorbereitungen für den ökumenischen Gemeinschaftsstand von St. Bonifatius und Connewitz-Lößnig, die Kinder-Rallye, Aktionen auf dem Kirchenvorplatz, Überraschungen am Stand unseres Kindergartens »Meusi«. Erste Gedanken zur Gottesdienstgestaltung gibt es, der Förderverein Paul-Gerhardt-Kirche plant seinen Stand am Aufgang zur Turmbesteigung, die Tanzgruppen aus Lößnig und Connewitz proben ihre Choreographien, die Konzertverträge sind unterschrieben. Trocken bürokratisch treffen die Genehmigungen für Straßensperrung und Marktfestsetzung ein, eine Zusage finanzieller Unterstützung durch das Kulturamt, die Information zur Hygienekontrolle, die Kostenberechnung für die Straßenreinigung und das Spülmobil.
Nur über einen Sachverhalt haben wir noch nicht gesprochen: Was sagt der Frosch dazu? Nicht ganz ernst gemeint, denken Sie? Oh doch! Jetzt, wo die Krötenwanderungen beginnen und die Frösche ihre Lieblingsplätze an Bächen und Seen einrichten. Gemeinsam möchten wir uns auf die Suche begeben, wie diese Tiere in verschiedenen Ländern und Zeiten, Kulturen und im Heute verortet sind. Selbstredend denken wir an den Froschkönig (Puppenspiel 17:00 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche), den Wetterfrosch (wir freuen uns über Sonne) und große Sprünge (nach einem gelungenen Fest).
Und weiter: »Alles ist schon gesagt, bloß noch nicht von Allen.« Warum fragen wir nicht den Frosch? Eine wunderbare Ausrede, um nicht selbst tätig zu werden oder Farbe zu bekennen. Übrigens Farbe: schauen Sie mit aller Behutsamkeit im Leipziger Auwald ruhig mal nach dem grünen Europäischen Laubfrosch, dem zierlichen Braunfrosch und dem himmelblauen Moorfrosch.
Thomas Noack
... das ist schon etwas Besonderes. An etwa 130 Ständen bemühen sich engagierte Menschen, das Zusammenleben in unserer Stadt besser zu gestalten. Im Programm auf der Hauptbühne oder in der Kirche gibt es Puppen- und Theaterspiele, Konzerte, die berühmte Kaffeetütenmodenschau; die Kinder und Jugendlichen der Kirchgemeinde Connewitz-Lößnig führen ein Musical auf, Zauberer und Tänzer bzw. Tänzerinnen treten auf, es gibt Angebote für Kinder und Familien … Kommen Sie doch einfach wieder – oder auch das erste Mal – vorbei!
Ganz nebenbei: helfende Hände werden immer dringend gebraucht, für Kirchenaufsicht, Kaffeekochen und Kuchenschneiden, Auf- bzw. Abbau der Bierzeltgarnituren, Abwasch der Kaffeetassen ...
Und natürlich sucht das Vorbereitungsteam immer Menschen, kreativ und/oder mit Organisationstalent, die das kommende Fest inhaltlich planen, den Kontakt mit Künstlergruppen suchen und pflegen, die Standbetreuung übernehmen können … Sie geht im Januar los und endet im Mai, die Vorbereitungskampagne für's neue, und wenn Sie sich vorstellen können, hierbei mitzumachen, dann wenden Sie sich an Thomas Noack oder schauen Sie bei einem der Vorbereitungstreffen einfach vorbei! Informationen finden Sie zu gegebener Zeit im Kalender.
Der Titel wurde zum Programm: Gleich ums Eck. So kamen in diesem Jahr noch mehr Programmbeteiligte aus dem (un-)mittelbaren Umfeld bis hin zum erstmaligen Auftritt von Canta Animata des Frauenkultur e.V. und dem Grundschulchor des Evangelischen Schulzentrums.
Durchwachsenes Wetter erforderte einige Spontanänderungen – die Gäste des Festes nahmen es gelassen. Es kamen (fast) alle, wie immer, nur mit einer kürzeren Verweildauer. Und das gewisse Strassenfestgefühl war auch da zwischen den beiden Bühnen vor dem und im Gemeindehaus, zwischen Gottesdienst und Abschlusskonzert sowie an den gut 120 Ständen mit ihren ach so vielfältigen, ideenreichen, wissenswerten und Kreativität herausfordernden Angeboten.
Vielleicht bleibt etwas hängen, dem Gedanken der (un)mittelbaren Nachbarschaft in Dankbarkeit zu folgen, persönliche Begegnung zu suchen, Offerten mit guter Erreichbarkeit wirklich zu schätzen und zu nutzen. Mag sein, wir fragen beim nächsten Strassenfest nochmal nach?!
Was aus '25 bleibt, ist die wundervolle Wahrnehmung, dass so viele Ständebetreiber, Privatleute und Gemeindeglieder das Fest vorbereitet und ganz praktisch oder ideenreich unterstützt haben.
Thomas Noack
Fotos: Noah Dittfach, Detlef Rennred, Annekathrin Böhner
Pünktlich zum 26. Straßenfest ist »Das Buch zum Fest« erschienen. Auf 25 Straßenfeste zwischen 1992 und 2016 blickt es zurück, jeweils mit einer Doppelseite pro Jahr. Fotos mit Unterschriften zeigen Momentaufnahmen, ein kleiner Text soll den Blick schärfen: auf die Vorbereitung und Ideensuche, das jährlich neue Motto, die Arbeiten hinter den Kulissen am Festtag selbst, auf Programmpunkte und Ständebewerber und vieles andere.
Einige Rest-Exemplare können zum Preis von 10 Euro im Connewitzer Pfarramt, im Pfarramt von St. Bonifatius oder in der Buchhandlung Fleischmann erworben werden, solange der Vorrat reicht.