Baugeschehen an der Paul-Gerhardt-Kirche

Hier finden Sie eine Darstellung abgeschlossener Baumaßnahmen der vergangenen Jahre.

Paul-Gerhardt-Kirche mit abgeschlagenem Putz, Juli 2018
Im Juli 2018

 

Baumaßnahmen ab 2014
Sanierung Hauptdach, Außenputz, Porphyrteile (2018)

Ende März 2018 begannen die Gerüst­arbeiten für den dritten und letzten großen Abschnitt der Außen­sanierung unserer Kirche. Das Haupt­augenmerk lag auf dem Dach, das komplett neu eingedeckt wurde. Dabei ging es nicht nur um die große Dachfläche und die Wieder­herstellung der historischen Deckung in den Rinnen, sondern auch um die Ertüchti­gung der Trag­konstruk­tion, den Einbau eines Unter­daches und die Instand­setzung der Gauben. Darüber hinaus wurde die Fassade komplett erneuert; dazu musste der vorhandene Putz komplett abgeschlagen werden. Und natürlich mussten auch die Naturstein­elemente teils saniert, teils wieder­hergestellt werden.

Durch die Unterstützung aus Landes­denkmal­mitteln und Zuweisun­gen der Landes­kirche konnten wir als Kirch­gemeinde diesen Bau-Abschnitt im Umfang von 750.000 € angehen. Dass dennoch Eigenmittel in Höhe von 40.000 € einzuwerben waren, forderte uns als Kirch­gemeinde und Förderverein heraus.

Zuerst wurde der alte Putz abgeschlagen, damit begann auch die Fugensanierung.

Im Juni startete die Dachsanierung auf der Südseite, parallel dazu wurden die Arbeiten am Außenputz und an den Porphyr-Schmucksteinen (Fugen­sanierung und Ersatz von Verwitterungs­stellen) weitergeführt.

Ab Ende August wurde am Eindecken des Dachs gearbeitet. Eine spezielle Teil­aufgabe ist der Aufbau der Dach­gauben. Diese Art der Gauben heißen Fledermaus­gaube; eine solche einzudecken, verlangt handwerk­liches Geschick. Mitte September konnte man erste Putzflächen entdecken: den Unterputz und auch schon eingefärbten Oberputz.

Anfang Oktober war das Eindecken des Daches auf der Südseite weitgehend beendet. Nun kam die Nordseite dran. Das Porphyr-Giebelkreuz und die auf die Simse gehörenden Steinkugeln wurden vorbereitet. Am 11. Oktober schließlich wurden das Giebelkreuz und die Steinkugeln nach oben gehoben. Die Presse war anwesend, fotografierte und berichtete.

Am 25. Oktober waren die Putzarbeiten beendet und die Anstrich­arbeiten in vollem Gang. Ab Mitte November wurde „abgerüstet“; es fiel zunächst das Turmgerüst. Dann stockte der Gerüst­abbau für mehrere Wochen, aber zum Weihnachtsfest war die Kirche endlich wieder ohne Gerüst!

Wir sind als Gemeinde sehr dankbar dafür, dass diese große Bau­etappe geschafft ist! Unser Dank richtet sich an Gott, aber gleicher­maßen an alle, die am Bau beteiligt waren, sei es durch tatkräftige Arbeit, Organi­sation, Koordina­tion, Vermittlung ... Es ist ein Werk vieler, und wir freuen uns am stabilen Dach und am schmucken Aussehen unserer Paul-Gerhardt-Kirche :-)

Pflege des Parketts (Mai 2017)

Es ist vermutlich Jahrzehnte her, dass das Parkett unserer Paul-Gerhardt-Kirche grund­legend gepflegt wurde. Im Mai 2017 war es nun wieder so weit. Das Parkett erhielt eine Grund­reinigung mit Wisch­pflege und Oberflächen­versiegelung. Um die Arbeiten ausführen zu können, mussten die Bänke jeweils auf die andere Seite gefahren werden. Hierfür gibt es technisches Gerät, das den Transport der Bänke ermöglicht.

Wer die Kirche betritt, wird es bemerken: Das Parkett glänzt nun wieder sauber und frisch.

Sanierung der Nebendächer der Paul-Gerhardt-Kirche und der Kapelle (2016 und 2017)

Im Rahmen des „Sonder­programms Denkmal­pflege“ hatte die Gemeinde endlich erste Fördermittel für die Sanierung der Dächer zugesagt bekommen. Damit wurde begonnen, die Dächer vom Haupt­portal und den westlichen Gebäude­teilen zu sanieren. Auch die beträcht­lichen Schäden im Inneren der Kapelle sollten behoben werden. Die Maß­nahmen zogen sich leider länger hin als geplant; was die Kapelle in ihrem Inneren betrifft, bis ins Jahr 2018.

Zum letzten Bild: Steigt man die Freitreppe vom Paul-Gerhardt-Haus hoch zur Kirche hinauf, hat man jetzt wieder eine schöne Perspektive: mit dem wieder­hergestellten Schornstein und – theologisch durchaus interessant – der leuchtenden Verblechung der Apsis-Wölbung. Mit ihrer Zelt-Anmutung macht sie deutlich, dass unser Haus aus Stein letztlich genauso beweglich bleiben muss wie die Stiftshütte, die dem Volk Israel auf der Wüsten­wanderung als Ort der Gottes­begegnung gedient hat.

Mit der Innen-Sanierung der (Beicht-)Kapelle (Wasser­schäden, Fenster-Reparaturen, Craquele-Putz) hat sich für den Kirchenvorstand auch die Frage gestellt, wie der Raum zukünftig genutzt werden soll. Neben der regel­mäßigen Nutzung für den Kinder­gottesdienst kamen auch Gottes­dienste im kleineren Rahmen in den Blick. Wir haben uns daher dafür entschieden, den Raum wieder über den Emporen-Aufgang zugäng­lich zu machen. Für die Innenraum­gestaltung entscheidend ist die Ausrichtung zum Altarraum (also um 90° zur bisherigen Nutzung gedreht) und die weiterhin flexible Bestuhlung. Die Decke wurde gereinigt (die Schablonen­malereien sind allerdings nur als Schatten alter Farb­aufträge erahnbar) und der Fußboden erneuert. Die Wandfarbe soll dezent den historischen Rahmen andeuten, den dieser Raum einst gehabt hat.

Am 16. April 2017 schließlich konnte die Kapelle zum Oster­frühstück das erste Mal wieder von der Gemeinde genutzt werden.

Der „Förderverein Paul-Gerhardt-Kirche“ unterstützte die Restau­rierung der vier Buntglasfenster mit einer Summe von 4000 €. Auch bei der Beschaffung neuer Lampen nach historischem Vorbild half der Förderverein mit Geldspenden, ebenfalls bei der Überarbeitung des Altars und des eigenwilligen Kruzifixes von Max Brumme.

Restaurierung der Turmhaube und des Glockenstuhls (2014/15)

Der „Zahn der Zeit“ hatte bleibende und teils gefährliche Spuren hinterlassen:

Am 1. April 2014 stehen schon die ersten Gerüstfelder, als das Bau­geschehen mit einer Andacht eröffnet wird. Es ist auf den Tag genau das 114. Kirchweih­jubiläum.

Am 19. August feiern wir die Turm­bekrönung mit einer Andacht. Zwei Kupfer­hülsen werden mit einer Tages­zeitung, der Kirchen­zeitung „Der Sonntag“, dem Gemeinde­blatt, den Gedenk­münzen zum Paul-Gerhardt-Jahr sowie einer Liste der Spender gefüllt. Hinzu kommen noch der Flyer des Förder­vereins und die aktuellen Bauberichte.

Der Glockenstuhl wird aus statischen Gründen um 90° gedreht und aus Eichenholz neu aufgebaut. Damit können die Schwingungen der Glocken elastischer auf das Mauerwerk übertragen werden.

Nachdem der Taubenkot entfernt ist, werden an den Balken der Glocken­decke Feuchtigkeits­schäden sichtbar. Man legt die ein­gemauer­ten Balken­köpfe frei, und es zeigt sich, dass diese erhebliche Schäden aufweisen, zum Teil sind sie mit Haus­schwamm befallen; manche hat es schon in das Mauer­werk ein­gedrückt. Auf den Balken der Glockenstuben­decke steht aber das innere Balken­gerüst für den gesamten Turm. Die Schäden hätten in abseh­barer Zeit eine Schief­lage des Turmes bewirkt, bis irgend­wann die Decke und der Turm eingestürzt wären.

Die Reparatur der schwer beschädigten Balken­köpfe ist eine technische Meister­leistung: die darüber befindlichen 30 Tonnen Turm­gewicht waren statisch abzufangen, um die Balken­köpfe mit Stahl­schuhen versehen zu können. Die morschen Balken­köpfe haben uns etwa sechs bis acht Wochen Zeit und über 40.000 Euro gekostet. Dafür musste anderes zurückgestellt werden. Die neuen Eisenträger geben dem Turm nun die erforderliche Stabilität.

Im Herbst schreiten die Kupfer­arbeiten unterhalb der Turmhaube voran. Die Dach­deckung der kleinen Turm­flächen und die Steinmetz­arbeiten an den besonders schad­haften Steinen sind beendet. Die Fleder­mäuse haben neue Ohren bekommen, darüber eine Bleihaube, damit sie diesmal länger halten. Die Ostuhr zeigt sich schon mit ihrer goldenen Sonne auf blauem Grund. Das Motiv der Sonne (und des Mondes) findet sich auch an den Turmecken.

Seit Dezember wird der Turm abgerüstet. Im Februar 2015 ist die Glocken­stube leer, nachdem die Arbeiten an den Balken­köpfen beendet sind. Nun werden der Glockenstuhl aus Eichenholz eingebaut und die Antriebs­technik für die Glocken montiert.

Mit dem Konfirmations­gottesdienst zu Jubilate 2015 läuten unsere Glocken wieder. Im August schließlich wird die Uhr montiert – von da an sind auch das Tages­geläut und der Stunden­schlag wieder zu hören.