Die Paul-Gerhardt-Kantorei

In unserer Ev.-Luth. Kirchgemeinde Leipzig-Connewitz-Lößnig gibt es eine »gut bestallte Kirchenmusik« – wie es in der Bachzeit geheißen hätte. Wir haben im Leipziger Süden eine selbstbewusste, motivierte, offene und vielfältig erwartungsvolle Kantorei. Herzliche und freundschaftliche Begegnungen bestimmen den Choralltag.

»Singen ist das Fundament zur Musik in allen Dingen.«
Georg Philipp Telemann

Die Kantorei hat über 80 Mitglieder und singt in Gottesdiensten und Konzerten. Wir freuen uns immer über Verstärkung, derzeit suchen wir vor allem Bässe.

Die Kantorei probt in zwei Gruppen montags um 18.30 und um 19.45 Uhr im Paul-Gerhardt-Haus, Selnecker­straße 7. Die Proben finden unter Berück­sichtigung der Hygien­eregeln während der Corona-Pandemie statt.

»Nirgends können Menschen leichter Freunde werden als beim Singen.«
Hermann Hesse

Einen ersten Höreindruck von unserer Kantorei soll Ihnen die folgende Audio­datei vermitteln. Zu hören ist der Chor »Wohl dem, der den Herrn fürchtet« aus dem Oratorium »Elias« von Felix Mendelssohn Bartholdy:

Unsere Kantorei führte das Werk 2012 zum ersten Mal auf, am Buß- und Bet­tag 2018 gelangte es erneut zur Aufführung.

Rückblick

Vergangene Auftritte können Sie hier nochmals in Text, Bild und Ton nacherleben.

Wochen im Elias-Fieber (2018)

Auf der Kantorei-Seite kann man über uns lesen, dass wir »selbstbewusst, motiviert, offen, vielfältig und erwartungs­voll« sind. Das stimmt in der Tat, aber gerade im Rückblick auf die letzten Monate möchte ich einen ganz wichtigen Faktor hinzufügen: Wir werden geleitet, gefordert und gefördert durch unsere Kantorin Elisabeth Kindel, die hohe fachspezifische Fähigkeiten mitbringt und diese – gepaart mit tiefer religiöser Überzeugung – motivierend und engagiert auf ihre Kantorei überträgt, was sicher nicht immer leicht ist, denn es gilt, über 80 Sängerinnen und Sänger zwischen 20 und 80 Jahren alt, die unterschiedlichste berufliche, private und musikalische Erfahrungen und Meinungen mitbringen, zusammenzuführen und zum disziplinierten Kantorei- und Proben-»Dienst« anzuhalten. Unsere Kantorin hat gerade in den Vorbereitungsmonaten auf die »Elias«-Aufführung diese Mammut-Aufgabe geschafft – auch durch einen guten Umgang mit kooperativen Hinweisen und dem Einsatz von organisatorischen Helfern »hinter den Kulissen«.

Nach dem Konzert am Buß- und Bettag am 21. November 2018 in unserer herrlichen und bestens gefüllten Paul-Gerhardt-Kirche sind wir von der Kantorei – jeder Einzelne – dankbar und auch ein wenig stolz, dass wir Teil der Musiziergemeinschaft sein durften, die Mendelssohns großartiges Werk »Elias« erklingen ließ. Wir haben das Publikum in der Kirche angesteckt mit unserem »Elias«-Fieber, und die Menschen hatten direkt oder unbewusst begriffen, wovon der Chor sang: »Wohl dem, der den Herrn fürchtet«. Durch vielerlei Rückmeldungen erfuhren wir, dass die Zuhörer emotional stark beeindruckt waren von der einheitlichen und überzeugenden Umsetzung des Werkes durch den Chor, durch Orchester und Solisten – geleitet durch das souveräne Dirigat unserer Kantorin.

Probenwochenende in Dahme/Brandenburg

Dieses Konzert war und ist ein Meilenstein in unserer Kantorei-Geschichte, der das enge Band zwischen Kantorin und Kantorei noch fester geknüpft hat. Es lässt uns die Mühen des Proben-Alltags vergessen und ist Kraftquell für kommende Aufgaben. Einhellig stellen wir fest: Es hat sich gelohnt, keiner denkt mehr zurück an die Hürden des Probenbeginns im Sommer 2018, wo manche musikalische Passage doch noch sehr »ausbaufähig« klang. Aber wir ließen uns nicht entmutigen: Voller Elan blieben wir am Ball, übten, diskutierten, übten erneut, trafen uns zum Proben-Sonnabend im September, dann zum Probenwochenende Anfang November in Dahme, wo endlich auch mal Zeit war zum Schwatzen und Feiern, wo aber erneut »Elias« viele Stunden am Tag unser Wirken bestimmte. Und manchmal fragten wir uns: woher nimmt unsere Kantorin mental und künstlerisch die Kraft, die sie auf uns überträgt, was auch die Fotos von der Kantoreifahrt nach Dahme ein wenig zeigen sollen. Danke, liebe Elisabeth und danke auch an Daniel Vogt, dem hervorragenden Korrepetitor an deiner Seite, der uns zum Probenwochenende noch mit einem genialen Orgelvortrag zu später Stunde begeisterte.

Wir von der Kantorei gehen nach diesen »Elias«-Wochen gestärkt und fröhlich an unsere schönen und vielfältigen Aufgaben; ob in Gottesdiensten, bei Konzerten, bei Feiern im kirchlichen Alltag oder bei geselligen Kantorei-Festen. Gemeinsam beseelt uns unser Auftrag

»Cantate domino«– Singet dem Herrn!

Text: Ute Frester, Chorsprecherin
Fotos: Dirk Heyne, Chorsprecher

Die Aufnahme soll einen Eindruck des Konzertabends wiedergeben. Zu hören sind der Schluss­chor des 1. Teils »Dank sei dir, Gott« und aus dem 2. Teil der Chor »Siehe, der Hüter Israels« (ab 4:12 min).

Antonio Vivaldi: »Gloria in D-Dur« (2018)

Am Ostersonntag zum Festgottesdienst führte unsere Kantorei das »Gloria in D‑Dur« von Antonio Vivaldi (1678–1748) auf. Es spielte das Ensemble Jürgen Hart­mann, es sangen die Solistinnen Susanne Haupt (Sopran) und Ingeborg Nielebock (Alt). In unserer Hörprobe finden Sie die Teile »Gloria«, »Et in terra pax« (ab 2:28 min) und »Domine, fili unigenite« (ab 5:55 min):

Antonio Vivaldi hat dieses sein bekanntestes kirchenmusikalisches Werk vermutlich für das Orchester und den Chor des Mädchen-Waisenhauses »Ospedale della Pietà« in Venedig geschrieben, wo er als Instrumentallehrer und Kapellmeister angestellt war. Unter seiner Leitung erlangte das Orchester ein beachtliches Niveau, sodass Konzerte mit Eintrittsgeldern gegeben wurden, die zum Erhalt des Waisenhauses beigetragen haben. Das »Gloria« ist ein groß angelegtes Werk im Stile der »missa concertata« und umfasst zwölf Teile. Der lateinische Text stammt aus der Liturgie, die auch heute noch in der katholischen Sonntagsmesse gesungen bzw. gebetet wird.

J. S. Bach: Weihnachtsoratorium zum Zuhören und Mitsingen (2017)

»Jauchzet, frohlocket« gemeinsam mit Kantorei und Orchester – ein besonderes Weihnachtsoratorium fand am 15. Dezember 2017 in der Connewitzer Paul-Gerhardt-Kirche statt: Bei dieser Aufführung durfte mitgesungen werden! Es erklangen die Kantaten I–III des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Wer mitsingen wollte, brachte eigene Noten mit und saß im Publikum. Die Choräle und das Da capo der Eingangschöre der ersten und dritten Kantate konnten mitgesungen werden.

Begleitet wurden die Paul-Gerhardt-Kantorei und der Kirchenchor St. Boni­fa­tius-Süd (Leitung: Stephan Gogolka) vom Mitteldeutschen Kammerorchester und den Solisten Susanne Haupt (Sopran), Ingeborg Nielebock (Alt), Stephan Scher­pe (Tenor) und Stephan Heinemann (Bass). Die Leitung hatte Elisabeth Kindel.

Das folgende Audio enthält in einer Zusammenstellung die Chöre und Choräle »Jauchzet, frohlocket«, »Wie soll ich dich empfangen« (ab 8:35 min), »Ach mein herzliebes Jesulein« (ab 9:53 min), »Brich an, o schönes Morgenlicht« (ab 11:10 min) und »Herrscher des Himmels« (ab 12:15 min); es soll einen kleinen Eindruck des Konzertabends wiedergeben:

Musik zur Sterbestunde am Karfreitag (2017)

In der Paul-Gerhardt-Kirche erklang in diesem Jahr der Kreuzweg (»Via crucis«) in der Vertonung von Franz Liszt (1811–1886). Das meditativ-expressive Stück – eine musikalische Kreuzwegandacht – ist für Chor, Bariton und Orgel geschrieben worden. Es ist ein Alterswerk des spätromantischen Komponisten, der sich im Alter vermehrt den geistlichen Themen zuwandte und sich sogar die sogenannten »niederen Weihen« (eine Vorstufe zum Priestertum) geben ließ. Das Werk vereinigt Gregorianik, prostestantisches Kirchenlied, Choralsatz à la Bach, expressive Harmonik, unbegleitetes Solorezitativ, dramatisches Chor-Unisono und terzenselige Frauenchor-Passagen. Diese vielfältigen vokalen Elemente sind eingebettet in einen gleichzeitig einfachen und raffinierten Orgelsatz. Technische Einfachheit und musikalische Vielfalt prägen das Werk, das in unserer Aufführung von Bildern zu den Kreuzwegstationen begleitet wird.

Die Kantorei der Paul-Gerhardt-Kirche wurde von Daniel Beilschmidt an der Orgel begleitet. Die Leitung hatte Kantorin Elisabeth Kindel.

Einige Ausschnitte sind hier in einem Video zusammengestellt:

Kontakt Paul-Gerhardt-Kantorei

face   Kantorin Elisabeth Kindel
local_phone   (0341) 30 69 04 20
phone_iphone   0172 100 56 10